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Leitweg-ID

Eindeutige Empfänger-Kennung für elektronische Rechnungen an deutsche Behörden — Pflichtangabe im Feld BT-10 jeder XRechnung im B2G-Bereich.

Auch bekannt als: Leitweg-Identifikationsnummer, Buyer Reference, BT-10

Kurzdefinition

Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung, mit der Rechnungen an deutsche Behörden adressiert werden. Sie ist das verpflichtende Pflichtfeld BT-10 (Buyer reference) jeder XRechnung im B2G-Bereich. Ohne gültige Leitweg-ID wird die Rechnung vom zentralen Eingangsportal ZRE (Bund) bzw. OZG-RE (Länder) abgelehnt — unabhängig davon, wie korrekt der Rest der Rechnung ist.

Herausgeber ist die KoSIT (Koordinierungsstelle für IT-Standards). Jede Behörde, Körperschaft oder Anstalt des öffentlichen Rechts bekommt mindestens eine Leitweg-ID.

Aufbau

Eine Leitweg-ID besteht immer aus drei Teilen, getrennt durch Bindestriche:

[Grobadressierung] - [Feinadressierung] - [Prüfziffer]

Beispiel: 991-33333TEST-33

TeilLängeBedeutung
Grobadressierung2–12 ZeichenIdentifiziert Bund, Land oder Körperschaft
Feinadressierung0–30 ZeichenIdentifiziert die konkrete Stelle/Abteilung (optional)
Prüfziffer2 ZiffernModulo-97-Prüfziffer über die ersten beiden Teile

Die Grob­adressierung folgt festen Präfixen: 991 steht für Test-Leitweg-IDs, 992…997 für verschiedene Stufen des Bundes, 99001… für Bundesländer in nummerierter Reihenfolge.

Wo die Leitweg-ID erscheint

Unabhängig von der XML-Syntax trägt die Leitweg-ID immer dasselbe BT-Feld:

UBL:

<cbc:BuyerReference>991-33333TEST-33</cbc:BuyerReference>

CII:

<ram:BuyerReference>991-33333TEST-33</ram:BuyerReference>

Sie ist nicht die Steuer-ID des Empfängers, nicht die USt-ID, nicht die Kunden­nummer — sondern ein eigenständiger Routing-Schlüssel, den die Behörde vorgibt.

Prüfziffer berechnen

Die Prüfziffer folgt Modulo-97 (ähnlich wie bei IBAN):

  1. Grob- und Feinadressierung konkatenieren (ohne Bindestriche)
  2. Alle Buchstaben in Ziffern umwandeln (A=10, B=11, …, Z=35)
  3. An das Ergebnis die Ziffern 00 anhängen
  4. Dividieren durch 97, Rest bilden
  5. Prüfziffer = 98 − Rest, zweistellig mit führender Null

Die Dokmatiq-API berechnet die Prüfziffer automatisch, wenn nur Grob- und Feinadressierung übergeben werden — oder validiert eine komplette Leitweg-ID, falls der Wert aus einem ERP-System kommt.

Validierung per API

curl -X POST https://api.dokmatiq.com/v1/einvoice/leitweg/validate \
  -H "Authorization: Bearer $DOKMATIQ_KEY" \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{ "leitwegId": "991-33333TEST-33" }'

Antwort: { "valid": true, "parsed": { "coarse": "991", "fine": "33333TEST", "checksum": "33" }, "type": "test" }

Test-IDs (991-…) werden ausdrücklich als solche markiert — so verhindert man, dass eine Test-Rechnung versehentlich in die produktive Einlieferung rutscht.

Wie erfährt man die richtige Leitweg-ID?

  • Bund: Recherche über das Portal des Bundesamts für Justiz / KoSIT; die meisten Behörden nennen sie aktiv auf Rechnungen oder in Ausschreibungs­unterlagen
  • Länder und Kommunen: unterschiedlich geregelt, häufig über die Landesportale oder direkt bei der ausstellenden Stelle anzufragen
  • Privatwirtschaft: keine Leitweg-ID — das Feld BT-10 bleibt leer oder enthält andere Referenzen

Häufige Stolpersteine

  1. Falsche Prüfziffer — häufigste Ablehnung; am besten automatisch berechnen statt aus Word-Dokumenten abtippen
  2. Leitweg-ID in falschem BT-FeldBuyerReference (BT-10), nicht EndpointID (BT-49)
  3. Prod-Leitweg-ID in Test-Umgebung (oder umgekehrt) — Test-IDs beginnen mit 991
  4. Alte Leitweg-IDs — einige Behörden haben ihre ID migriert, Altwerte werden nicht mehr akzeptiert

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