PAdES
ETSI-Standard für elektronische Signaturen in PDF-Dokumenten — integriert die Signatur direkt ins PDF, langzeit-validierbar und eIDAS-konform.
Auch bekannt als: PDF Advanced Electronic Signatures, ETSI EN 319 142, PAdES-BES, PAdES-LTV
Kurzdefinition
PAdES (PDF Advanced Electronic Signatures) ist der Standard für elektronische Signaturen in PDF-Dokumenten, veröffentlicht vom ETSI in der Norm EN 319 142. Im Gegensatz zu einer externen Signaturdatei (z.B. CAdES oder XAdES) wird die PAdES-Signatur direkt in das PDF eingebettet — sie ist Teil des Dokuments und reist mit ihm.
PAdES ist eine der in der eIDAS-Verordnung (EU 910/2014) anerkannten Signaturformate und damit in der gesamten EU rechtlich abgesichert.
Profile
PAdES kennt vier Validierungsprofile, die in ansteigender Langzeit-Beständigkeit aufeinander aufbauen:
| Profil | Abkürzung | Beinhaltet | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Basic | PAdES-B-B | Signatur + Zertifikat | Kurzlebige Signaturen |
| With Timestamp | PAdES-B-T | + Zeitstempel | Dokumentation des Signaturzeitpunkts |
| Long-Term Validation | PAdES-B-LT | + Validierungsdaten (OCSP/CRL) | Jahrzehntelange Prüfbarkeit |
| Long-Term with Archive TS | PAdES-B-LTA | + Archiv-Zeitstempel | Revisionssichere Archivierung |
Für Rechnungen, Verträge und Behördendokumente ist meist PAdES-B-LT oder PAdES-B-LTA die richtige Wahl — sie bleiben auch nach Ablauf des Signaturzertifikats verifizierbar.
PAdES, CAdES und XAdES
Alle drei sind ETSI-Advanced-Electronic-Signature-Formate, aber für unterschiedliche Container:
- PAdES — Signatur im PDF
- CAdES — Signatur in binären Dateien (ETSI-Pendant zu CMS/PKCS#7)
- XAdES — Signatur in XML (z.B. für XRechnung, wenn signiert werden soll)
Für digitale Rechnungen relevant: ZUGFeRD-PDFs werden meist mit PAdES signiert, reine XRechnung-XML bei Bedarf mit XAdES.
Was steckt technisch drin?
Eine PAdES-Signatur besteht aus einer ByteRange (welcher Teil des PDFs signiert wurde), einer PKCS#7-Struktur mit der eigentlichen Signatur und — je nach Profil — eingebetteten Zeitstempeln und OCSP-/CRL-Antworten. Diese Validierungsdaten werden in einem DSS (Document Security Store) abgelegt, einem speziellen PDF-Objekt, das PAdES definiert.
Der Signatur-Block verändert das PDF nicht rückwirkend: Er wird in einem Inkrement-Update angehängt, die Originalbytes bleiben signierbar und überprüfbar.
Mit der Dokmatiq-API signieren
curl -X POST https://api.dokmatiq.com/v1/pdf/sign \
-H "Authorization: Bearer $DOKMATIQ_KEY" \
-F "document=@rechnung.pdf" \
-F "certificate=@signatur.p12" \
-F "passphrase=..." \
-F "profile=PAdES-B-LT" \
-F "reason=Rechnung 2026-0042" \
-F "location=München" \
-o signiert.pdf
Die API holt bei Bedarf OCSP- und CRL-Antworten automatisch und bettet sie ein — das Ergebnis ist ein sofort langzeit-validierbares PDF. Zeitstempel werden über eine angebundene qualifizierte TSA (Time Stamping Authority) bezogen.
Signatur prüfen
curl -X POST https://api.dokmatiq.com/v1/pdf/sign/verify \
-H "Authorization: Bearer $DOKMATIQ_KEY" \
--data-binary "@signiert.pdf"
Antwort: Profil, Zertifikatskette, Vertrauensanker (EU Trusted List für eIDAS), Zeitstempel-Status, etwaige Änderungen nach Signatur.
Häufige Stolpersteine
- Falsches Profil — PAdES-B-B reicht nicht für GoBD-konforme Archivierung; mindestens PAdES-B-LT nutzen
- Zertifikat abgelaufen — ohne Langzeit-Validierung ist die Signatur nach Ablauf der Gültigkeit nicht mehr prüfbar (trotz gültigem Signaturzeitpunkt)
- Änderungen nach Signatur — jede Modifikation invalidiert die ByteRange; nachträgliche Anmerkungen brauchen eine neue Signaturschicht
- Zertifikat nicht in EU-TL — für qualifizierte Signaturen muss der Aussteller in der EU Trusted List gelistet sein
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