Peppol
Europäisches Netzwerk für den standardisierten, länderübergreifenden Austausch von Geschäftsdokumenten — insbesondere E-Rechnungen — über akkreditierte Access Points.
Auch bekannt als: Peppol BIS, Peppol BIS Billing 3.0, Peppol-Netz, OpenPeppol
Kurzdefinition
Peppol (Pan-European Public Procurement OnLine) ist ein standardisiertes, dezentrales Netzwerk für den Austausch elektronischer Geschäftsdokumente — primär Rechnungen, zunehmend auch Bestellungen und Lieferscheine. Getragen wird es vom gemeinnützigen Verein OpenPeppol AISBL in Brüssel.
Teilnehmer senden und empfangen ihre Dokumente über zugelassene Access Points — ähnlich E-Mail, nur strenger standardisiert: ein Peppol-Empfänger weiß im Voraus genau, welches Format er akzeptiert und welche Felder gefüllt sein müssen.
Das 4-Corner-Modell
Peppol funktioniert nach dem 4-Corner-Modell:
Absender (Corner 1) → Sender-Access-Point (Corner 2)
→ Empfänger-Access-Point (Corner 3)
→ Empfänger (Corner 4)
Die beiden Access Points (C2 und C3) verhandeln Format und Routing. Absender und Empfänger müssen nicht bei demselben Provider sein — jeder Access Point kann mit jedem anderen kommunizieren. Der zentrale Registrierungsdienst SML/SMP (Service Metadata Locator / Publisher) löst auf, wo ein bestimmter Peppol-Empfänger erreichbar ist.
Peppol BIS Billing 3.0
Die verbindliche Rechnungsspezifikation im Peppol-Netz heißt Peppol BIS Billing 3.0:
- XML-Syntax ist UBL (fast ausnahmslos — CII ist theoretisch möglich, praktisch kaum verbreitet)
- Semantisch eine CIUS von EN 16931 — kompatibel zu XRechnung und ZUGFeRD auf Datenebene
- Eigene Geschäftsregeln über PEPPOL-Schematron hinaus
Eine Rechnung nach Peppol BIS 3.0 ist gleichzeitig eine gültige EN-16931-Rechnung, umgekehrt jedoch nicht immer: Peppol verlangt zusätzliche Angaben wie EndpointID mit Peppol-Scheme.
Peppol-ID
Jeder Peppol-Teilnehmer hat eine Peppol-ID (auch Participant Identifier), die das Routing eindeutig macht. Format: scheme:identifier, z.B. 0088:7300010000001 (GLN) oder 9930:DE123456789 (deutsche USt-ID).
Für deutsche B2G-Rechnungen kommt zusätzlich die Leitweg-ID ins Spiel — die Peppol-ID adressiert den Access Point, die Leitweg-ID das konkrete Eingangssystem der Behörde.
Peppol in Deutschland
- Das Bundesportal ZRE ist seit 2020 an Peppol angebunden — B2G-Rechnungen können darüber eingeliefert werden
- Die OZG-Eingangsportale der Länder sind unterschiedlich weit: einige akzeptieren Peppol, andere nur direkte ZRE/OZG-RE-Einlieferung
- Im B2B-Bereich ist Peppol nicht verpflichtend — aber ein immer häufiger genutzter Transportweg, besonders für grenzüberschreitende Rechnungen
Peppol mit der Dokmatiq-API
Eine Peppol-BIS-konforme Rechnung wird genauso erzeugt wie eine XRechnung, mit dem Profil PEPPOL:
curl -X POST https://api.dokmatiq.com/v1/einvoice/peppol \
-H "Authorization: Bearer $DOKMATIQ_KEY" \
-H "Content-Type: application/json" \
-d '{
"customizationId": "urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:3.0",
"profileId": "urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:01:1.0",
"senderEndpoint": { "scheme": "9930", "id": "DE123456789" },
"receiverEndpoint": { "scheme": "9930", "id": "DE987654321" },
"invoice": { ... }
}'
Die Ausgabe ist Peppol-BIS-3.0-konformes UBL, validiert gegen das Peppol-Schematron. Für den eigentlichen Versand ins Peppol-Netz wird ein zertifizierter Access Point benötigt — Dokmatiq erzeugt das Dokument, der Access Point transportiert es.
Häufige Stolpersteine
- Fehlende
EndpointID— Peppol setzt strikt voraus, dass Sender und Empfänger mit Peppol-Scheme identifiziert sind - CustomizationID/ProfileID vertauscht — beide sind Pflicht, haben aber unterschiedliche Werte
- XRechnung statt Peppol BIS — die Specs sind verwandt, aber nicht identisch; Peppol-Empfänger lehnen XRechnung-spezifische Werte häufig ab
- Kein Access Point — ohne zertifizierten Versandweg bleibt die schönste Peppol-Rechnung ein normales XML-File
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