Peppol Access Point
Zertifizierter Dienstleister, der Dokumente ins Peppol-Netz einliefert oder daraus empfängt — das technische Gateway zwischen deiner Software und dem europäischen E-Rechnungs-Transportnetz.
Auch bekannt als: Access Point, Peppol AP, Peppol-Dienstleister, C2/C3 Corner
Kurzdefinition
Ein Peppol Access Point ist ein zertifizierter Dienstleister, der Dokumente — vor allem E-Rechnungen — ins europäische Peppol-Netz einliefert oder daraus entgegennimmt. Er bildet die beiden mittleren „Corners” im 4-Corner-Modell: Sender-Access-Point (C2) und Empfänger-Access-Point (C3).
Ohne Access Point geht keine Peppol-Kommunikation. Man kann noch so korrekte UBL-Rechnungen erzeugen — ins Peppol-Netz kommen sie nur über einen AP, und zwar auf beiden Seiten.
Die Rolle im Peppol-Netz
Absender (C1)
│ schickt UBL an
▼
Sender-AP (C2) ── AS4 ──▶ Empfänger-AP (C3)
│ stellt zu an
▼
Empfänger (C4)
Der Sender-AP nimmt das Dokument vom Absender entgegen, validiert es, verpackt es in eine AS4-Nachricht und schickt es an den für den Empfänger zuständigen AP. Der ermittelt über SMP/SML die richtige Ziel-Adresse und stellt die Rechnung an den Empfänger zu — je nach Integration per API, SFTP oder direktem ERP-Push.
Zertifizierung und Betrieb
Ein AP ist nicht einfach ein Server mit E-Mail-Einrichtung. Um im Peppol-Netz teilnehmen zu dürfen, muss der Betreiber:
- einen Peppol Authority-Vertrag mit der zuständigen Peppol-Autorität abschließen (in Deutschland: Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) für die öffentliche Hand)
- eine technische Zertifizierung nach den Peppol Transport Infrastructure Specifications bestehen
- einen laufenden SLA erfüllen (Verfügbarkeit, Zustellgarantien)
- Dokumente mit dem eigenen Peppol-Zertifikat per AS4 transportieren
Das schließt ad-hoc-Implementierungen aus und sorgt dafür, dass jeder Peppol-Teilnehmer sich auf die Zustellqualität verlassen kann.
Access Points in Deutschland
Einige in Deutschland tätige Peppol Access Points (Stand 2026, Auswahl):
- Bundes- und Landesportale — ZRE (Bund), OZG-RE (Länder) treten teils als AP für B2G-Rechnungen auf
- Kommerzielle AP-Anbieter — Basware, Pagero, Unifiedpost, Storecove, B2Brouter, Seeburger
- In-House-APs — große Konzerne und Softwarehäuser betreiben eigene APs
Die offizielle Liste aller akkreditierten Access Points führt OpenPeppol; sie aktualisiert sich laufend.
Peppol-ID und SMP-Lookup
Jeder Empfänger im Peppol-Netz hat eine Peppol-ID (z.B. 9930:DE123456789 für eine deutsche USt-ID). Der SMP-Lookup läuft so:
- Der Sender-AP fragt beim zentralen SML (Service Metadata Locator): „Wer ist für
9930:DE123456789zuständig?” - Der SML antwortet mit der URL des Empfänger-SMPs
- Der SMP liefert die Endpoint-Details: URL des Empfänger-APs, unterstützte Dokumententypen, Zertifikat
Erst danach beginnt der eigentliche AS4-Transport. Der Lookup ist transparent für den Anwender — er passiert in wenigen Millisekunden im Hintergrund.
Integration: eigener AP oder Anbieter?
Für die meisten Unternehmen lohnt sich ein eigener AP nicht — die Zertifizierung ist aufwändig, der SLA-Aufwand hoch, das Volumen zu gering. Üblicher Weg: ein kommerzieller AP wird per API/Webhook angebunden.
Make-or-buy-Entscheidung:
| Eigener AP sinnvoll, wenn | Kommerzieller AP reicht, wenn |
|---|---|
| Volumen > 100.000 Rechnungen/Monat | Volumen < 100.000 Rechnungen/Monat |
| spezifische Compliance-Anforderungen | Standard-Peppol-Szenarien |
| Integrationstiefe ins eigene ERP kritisch | API-Integration ausreicht |
| Datenschutzbedenken gegen Dritte | vertrauensvolle Anbieter verfügbar |
Mit der Dokmatiq-API ins Peppol-Netz
Dokmatiq erzeugt Peppol-BIS-konforme Dokumente — den Transport ins Netz übernimmt ein angebundener Access Point. Die typische Pipeline:
# 1) UBL-Rechnung erzeugen
curl -X POST https://api.dokmatiq.com/v1/einvoice/peppol \
-H "Authorization: Bearer $DOKMATIQ_KEY" \
-d '{
"customizationId": "urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:3.0",
"profileId": "urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:01:1.0",
"senderEndpoint": { "scheme": "9930", "id": "DE123456789" },
"receiverEndpoint": { "scheme": "9930", "id": "DE987654321" },
"invoice": { ... }
}' -o rechnung.xml
# 2) An konfigurierten Access Point zustellen
curl -X POST https://ap.dein-provider.de/send \
-H "Authorization: Bearer $AP_KEY" \
--data-binary "@rechnung.xml"
Wer einen AP sucht, der direkt gegen eine Dokmatiq-Integration spricht, bekommt auf Anfrage Referenz-Partner.
Häufige Stolpersteine
- Peppol-ID falsches Scheme —
9930(VAT) und0088(GLN) sind nicht austauschbar - Empfänger nicht im SML — nicht jedes deutsche Unternehmen ist Peppol-registriert; Alternativtransport (E-Mail mit XRechnung) bedenken
- Eigener SMP ohne Dokumententypen — Empfänger müssen im SMP deklarieren, welche
document typessie annehmen; sonst lehnt der Sender-AP schon vor dem Versand ab - AS4-MDN-Signatur falsch konfiguriert — führt zu Zustellbestätigungen, die im Empfänger-System nicht verifiziert werden können
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